Countdown bis Bethlehem oder wie ein Krippenspiel entsteht

(Aus dem fiktiven Tagebuch der Regisseurin Sabine Lamaack)

Ende Oktober
Höchste Zeit ans Krippenspiel für die Regenbogenlandkinder zu denken, aber will ich mir diesen Stress dieses Jahr wieder antun? Andererseits macht es auch so viel Freude. Und die Kinder machen durch das Spielen besondere Erfahrungen, sie verstehen viel besser, was es heißt, dass Jesus geboren ist. Mal gucken, was es im Netz so gibt?

Anfang November
Verbringe Stunden mit der Recherche und finde nichts Richtiges. Entweder sind die Textpassagen viel zu lang und anspruchsvoll. Oder es sind viel zu viele oder nur ganz wenige Rollen. Oder die Aussage des Stückes ist banal und viel zu kitschig.

2. Novemberwoche
Heute hatte ich gebetet: Herr, soll ich das nun machen oder soll ich es lassen? Wenn ich heute nichts Passendes finde, dann gibt es eben dieses Jahr kein Krippenspiel.

Und dann habe ich genau das richtige Stück gefunden; es hat wirklich eine gute, evangelistische Aussage und ist teilweise sogar lustig. Schon beim Durchlesen fielen mir die passenden Personen zu den Rollen ein. Ob ich den Mann von der Pastorin wohl fragen kann, ob er den Obdachlosen spielen würde?

3. Novemberwoche
Heute im Regenbogenland Texte gelesen und Rollen verteilt. Manche Kinder sind schon richtig gut, andere können es fast gar nicht. Einige Kinder sind auch sehr gehemmt, da muss ich noch mal mit den Eltern sprechen…

Ende November
Ich musste erklären, dass „Rolle auswendig lernen“ wirklich heißt, man kann den Text ohne den Zettel vortragen. Zwei Kinder mit größeren Rollen sind krank geworden, hoffentlich sind sie bei den Proben wieder fit. Muss noch an Kochlöffel für Mikrophonübung denken. Und was gibt es für Weihnachtsgeschenke für die Regenbogenlandkinder?

Anfang Dezember
Heute erste Probe, ziemlich chaotisch, die Kinder waren sehr kribbelig und unkonzentriert. Alle sind überdreht und aufgeregt, ein Mädchen war wieder gesund, dafür einer der Hirten erkrankt. Habe allmählich Panik, ob es noch klappt.

2. Dezemberwoche
Das Bühnenbild und die Scheinwerfer stehen, sieht gut aus. Heute Probe in Kostümen, mit Markierungen auf dem Boden, wo sie stehen sollen. Der Soldat hat Fußballtraining am Samstag, muss noch mit der Mutter darüber sprechen. Der Hirte ist nach wie vor krank, vielleicht müssen wir seinen Part streichen…manche Kinder können ihre Rolle immer noch nicht. Habe ein Kind zum Einzel-Lernen zur Pastorin geschickt.

Freitag
Heute Generalprobe, alles in allem ok bis auf ein paar Ausfälle und dass die Kinder immer nicht wissen, wo sie stehen sollen. Jemand hat eine Kamera für die Rolle im Vordergrund besorgt. Nun spielt sich die Rolle viel besser. Der „Penner“, die Kinder nennen ihn alle so, wächst auch immer mehr in seine Rolle hinein und hat ein gutes Kostüm gefunden. Technik hat uns geduldig unterstützt. Alles in allem war es dieses Jahr einfach zeitlich sehr knapp. Darum bin ich froh über alles, was klappt und den Rest kann ich nur Gott selbst überlassen. Er hat ja auch in den anderen Jahren geholfen…

Sonntag, 2. Advent, 15:30 Uhr
Alle Kinder sind da, alle kostümiert, wieso habe ich bloß die Sicherheitsnadeln vergessen? Auch der Hirte ist wieder gesund geworden. Nun sind alle ganz aufgeregt und eigentlich freuen wir uns zusammen, dass es losgeht…

Später
Und dann war es eben wieder dieses besondere Erlebnis, alle Kinder gaben ihr Bestes, manche wuchsen wirklich über sich hinaus. Ich bin wirklich stolz auf sie. Ich bin so dankbar, dass alle Kinder und ihre Eltern da waren. Dass es keine größeren „Hänger“ gab und dass die Botschaft: „Jesus ist gekommen für die Ärmsten, die Verlierer und die Verlorenen“ wirklich rüberkam. Ganz klar, Gott war heute da und gab dem Ganzen den Glanz, den wir niemals hätten schaffen können. Vielleicht mache ich es nächstes Jahr doch wieder, dann im größeren Rahmen..?

Liebe Sabine: Was ist das „Regen-bogenland“?

Regenbogenland ist das wöchentliche Programm für Kinder, indem es vor allem darum geht, dass Kinder lernen, dass Jesus sie lieb hat und sie immer zu Gott kommen können.

Wer kann mitmachen?

Alle Kinder zwischen 4 und 12 Jahren, die neugierig sind, gerne spielen, singen, toben, basteln, Geschichten hören und zusammen Spaß haben.

Was wünscht du dir fürs Regenbogenland?

Männliche Mitarbeiter, egal wie alt und Jugendliche, männlich oder weiblich. Die Jüngeren sind einfach besser im Rumalbern und Toben. Auch eine Mitarbeit bei bestimmten Projekten ist möglich – vielleicht möchte jemand ja einfach mal in die Arbeit reinschnuppern…und natürlich ganz viele verschiedene Kinder.

Liebe Sabine, das wünschen wir dir und dass du Gottes Segen in dieser Arbeit auch im neuen Jahr erlebst.

RS